"Religion ist politisch"

JULIA ORTNER | Politik | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

ISLAM Die Pastoraltheologin und Werteforscherin Regina Polak über die Notwendigkeit eines Euroislam, die Unmöglichkeit, total zwischen Politik und Religion zu trennen, und den Nihilismus, an dem Europa krankt. 

Die Innenstadt wurde zum Hochsicherheitstrakt, als die prominentesten gemäßigten Führer der islamischen Welt sich unlängst Wien als Tagungsort aussuchten. Iraks Präsident Dschalal Talabani, Afghanistans Staatschef Hamid Karzai oder Irans Expräsident Mohammed Khatami hatten eine heikle Mission: mit Religionsführern und Spitzenpolitikern über den "Islam in einer pluralistischen Welt" zu diskutieren. Eine gutbesuchte internationale Konferenz auf hohem Niveau, bei der man über theologische Fragen und die Zukunft des Islam nachdachte. Regina Polak, interimistische Leiterin des pastoraltheologischen Instituts an der Universität Wien, beschäftigt sich als Werteforscherin schon länger mit den religiösen Trends und dem Wertewandel in Europa. Was bleibt von den allgemeinen

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