Anpfiff im Sperrbezirk

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

PROSTITUTION Zur Weltmeisterschaft in Deutschland werden nicht nur Fußballfans, sondern auch 40.000 Prostituierte erwartet. Wie reagiert unser Nachbarstaat auf das große Auswärtsspiel der Huren? 

Die Bild-Zeitung hatte sofort den passenden Namen parat: "Vögelhäuschen" nennt das Boulevardblatt jene amtsdeutsch als "Verrichtungsboxen" bezeichneten Kemenaten aus Beton, in denen etwa die Stadt Köln den Massenansturm von Freiern im kommenden Juni bewältigen will. Zur Fußball-WM in Deutschland werden nicht nur Millionen Fans anreisen. Laut Schätzungen des deutschen Städtetages sollen auch 40.000 zusätzliche Prostituierte kommen. Wie bewältigt ein Land, in dem schon jetzt etwa 400.000 Huren arbeiten, diesen zusätzlichen Ansturm von Sexarbeiterinnen? In Dortmund denken die Stadtpolitiker über einen "Drive-In-Straßenstrich" nach. Sogar Großbordelle sollen extra für das Megakicken auf stadteigenen Brachflächen aufgestellt werden. In Hamburg werden die Frauen schon am Bahnhof in

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