PRESSESCHAU

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Es mag gut gemeint sein, dass die grüne Vizechefin Eva Glawischnig mit dem Medientamtam um ihre Schwangerschaft arbeitenden Müttern Mut machen will. Allerdings endete dieser Versuch vergangene Woche in einem medialen Fiasko. Zuerst lässt sich die Grüne in News mit schmachtendem Blick vor der Auslage eines Babyausstatters ablichten (und hat sich dabei ausgerechnet ein Geschäft ausgesucht, in dem sich die durchschnittliche Mutter in Karenz nicht einmal Babysöckchen leisten kann). Gleich darauf werden fürs Woman-Foto Babybücher rund ums Glawischnig-Gesicht drapiert. So sieht es also aus, wenn eine Spitzenpolitikerin Frauenpolitik propagiert. Nun könnte man einwenden, im Boulevard gibt es keinen Platz für "harte" Themen, also bleibe nur die Homestory. Das Gegenteil bewies vergangene Woche einer, der auch nicht societyscheu ist. Die Bunte interviewte Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Nein, nicht zu Ehefrau und Kindersegen. Statt Gossip gab es "Tipps vom Nachbarn": Grasser beurteilte im Klatschmagazin ganz nüchtern die deutschen Steuerpläne. Auch so kann man mit dem Boulevard umgehen.


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