NEUE PLATTEN

Kultur | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

KLASSIK

Cecilia Bartoli: Opera Proibita

Decca/Universal

Man muss schon sehr genau hinhören, um überhaupt zu bemerken, dass Cecilia Bartoli hier keine Opernarien singt - und genau so haben sich das die Komponisten der 15 Stücke (Händel, Caldara, A. Scarlatti) auch vorgestellt: In den ersten zehn Jahren des 18. Jahrhunderts hatte Papst Clemens XI. jedwede weltliche Theateraufführung - also auch die Oper - untersagt, und so stürzte man sich kurzerhand aufs heilige - also notgedrungen erlaubte - Oratorium und vertonte die biblischen Themen um nichts weniger dramatisch als die verbotenen mythologischen Stoffe. Dank der schon sprichwörtlichen Leidenschaft der Römerin ist der Unterschied zwischen Oper und Oratorium hier allenfalls am Text zu erkennen. Und das Beste: Bartoli singt ihre Begleiter, die fantastischen Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski, diesmal gar nicht an die Wand - ohne dabei auch nur ein bisschen von ihrer atemberaubenden Virtuosität zu verlieren.

CARSTEN FASTNER

JAZZ


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