STREIFENWEISE

Kultur | D. ROBNIK / M. OMASTA | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Zu all den Geisterfilmen, in denen Lebende sich den teuren Wohnraum in Philadelphia, New York oder Tokio mit Toten teilen müssen, ist "Just Like Heaven - Solange du da bist" das Romantic-Comedy-Pendant. Ein Geist und sein Nachmieter lernen, einander auszuhalten, und verlieben sich. Und zwar ineinander. Das geht so: Spitalsärztin ohne Privatleben (Reese Witherspoon) fällt ins Koma; der Einzige, der ihre unstoffliche Erscheinung sehen kann, ist der Softie (Mark Ruffalo), der nun auf ihrer Excouch fläzt. Manch Streit und Flirt mit Geist sieht von außen aus wie ein irres Selbstgespräch (oder Headsettelefonat) des Männchens: Diese schon zwischen Meister Eder und Pumuckl bewährte Gagstruktur melkt der Film so oft, dass es zwei-, dreimal witzig wird. Gegen Ende wird's auch ernst, samt "NoNo" zur Abschaltung lebenserhaltender Systeme von Komapatienten. Meist jedoch zeigt die Welt heiratswilliger Besserverdiener in San Francisco ihre süße Seite, lackiert mit Popsongfragmenten, deren Texte immer super zur Situation passen. So ist es im Liebesfilm wie im dreidimensionalen Paarungsleben: Alle Konventionen werden brav eingehalten, damit es ein bissi was zu spüren und zu lachen gibt.

  Lieber von der Maschekseite kommen Gerda Lampalzer und Manfred Oppermann, das Künstlerpaar, dem in der Medienwerkstatt Wien eine Personale mit dem vielsagenden Titel "The Backside of Production" gewidmet ist. Was dort genau passiert? Man weiß nicht recht. Genauso wie man nicht recht weiß, wie Kunstproduktion und Alltag in jener Zwischenphase, in der sich das Handeln (noch) nicht direkt an einem künstlerischen Ereignis orientiert, zusammengehen: "Der Mangel, die Gelegenheit, das Fundstück, die Krankheit u.ä.m. als Bedingungen, von denen man noch nicht weiß, ob sie einmal das Licht einer Ausstellung oder Projektionslampe erblicken werden" (Lampalzer/Oppermann). Mit anderen Worten: ein Abend über Kunst im Stadium der Luftgolatsche. Klingt verdächtig nach Pflichttermin (2.12., 20 Uhr).


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