AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Andrea kehrt nach mehr als einem Jahrzehnt zum Begräbnis der Mutter ins Heimatdorf zurück. Der Empfang ist alles andere als herzlich, denn vor seinem Verschwinden war er der Hauptverdächtige in einem Mordfall. Ein anderer beichtete die Tat und beging gleich darauf Selbstmord, doch nicht mal die engsten Verwandten glauben an Andreas Unschuld. Das Bekenntnis des Täters, das etwas lauter ausfiel, als es bei einer Ohrenbeichte üblich ist, hörten außer dem Pfarrer wohl noch zwei weitere Männer. Der erste wird bald nach Andreas Ankunft ermordet aufgefunden. Raul Montanari schuf mit "Rückkehr eines Mörders" fast schon einen Designerkrimi, aber zum Glück sind die Figuren etwas sympathischer und glaubhafter. Ein brabbelnder, an Gott zweifelnder Priester, ein junger schwuler Dichter, drei jugendliche Dorfgrazien, geheimnisvolle Marokkaner und sogar der etwas blasse verdächtigte Heimkehrer bewahren den Roman vor den Niederungen der Trivalität.

  Montanari ist einer der jüngeren italienischen


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