Weiße Glatze, rotes Licht

Stadtleben | ERNST MOLDEN | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

HEINZ WERNER SCHIMANKO (1944-2005) Er wollte in die Gesellschaft, die Gesellschaft wollte ins Milieu. Nachruf auf den berühmten Nachtarbeiter. 

Man konnte sich gut ein Bild von ihm machen, ein Bild, das keines war: In den Schaukästen der Eden Bar, dem erklärten Flaggschiff von Heinz Werner Schimankos Lokalflottillie, tauchte sein Glatzkopf auf dem Foto jeder zechenden Runde auf, ein Schädel, der im Licht aufgeblitzter Fotografien weiß zu leuchten schien und sich also der in der Eden stehenden marmornen Büste des vorletzten Kaisers Österreichs ikonografisch annäherte. Die Enden des Schnauzers wiesen empor, Ausdruck eines soldatischen Optimismus, dem Schimanko, ein Gründer ohne Gründerzeit, verpflichtet war.

  Schimankos Geschäftsprinzip war eine wunderliche Allianz aus roten Lichtern und Spitzen der Gesellschaft. Diese Gesellschaft wollte einen Hauch von Milieu erhaschen, Schimanko selbst wollte in die Gesellschaft. Beide Seiten haben ihre Ziele erreicht.

  Der 1944 geborene


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