TIER DER WOCHE

Trommelfeuer

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 48/05 vom 30.11.2005

Jetzt hat sich die Aufregung schon wieder gelegt. Vor zehn Tagen berichtete die Bild-Zeitung noch unter dem Titel: "Panik, Schüsse und Blut" über die Exekution eines Spatzen beim Domino-Day. Für diese gänzlich sinnfreie Samstagabend-Show wurden mehr als vier Millionen Steine aufgestellt. Ein Sperling flog in die Halle und soll angeblich schon 23.000 Steine umgeworfen haben, bevor man ihn erschießen ließ. Nach Aussage der Organisatoren: "erschießen musste". Tierschützer tobten, Medien berichteten und ließen die Leser in diese Geschichte ganz nach Marshal McLuhan "eintauchen wie in ein heißes Bad." Die Öffentlichkeit spaltete sich sofort in zwei Hälften: jene, die Lebewesen für wichtiger als Unterhaltungsprogramme hielten, und solche, die ihrerseits die "vertrottelten Gutmenschen" vor ein Gewehr stellen wollten. Da der Sperling (Passer domesticus) in den Niederlanden eine geschützte Vogelart ist, hätte für den Abschuss eine Genehmigung erteilt werden müssen. Was nicht der


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