Handel und Hunger

Vorwort | CHRISTIAN FELBER | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

KOMMENTAR Ein "Erfolg" der Freihandelsfans bei der WTO-Konferenz in Hongkong könnte weltweit die Armut erhöhen. 

Von der nächste Woche stattfindenden sechsten Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO versprechen sich Freihandelsfans einen Wachstumsschub und damit den goldenen Weg aus der globalen Armut. Noch immer folgt der politische Mainstream dem Mantra: "Handel fördert Wachstum, und Wachstum reduziert Armut." Die von diversen UNO-Organisationen veröffentlichten Fakten zeichnen ein anderes Bild. Erstens: Weltweit lag das Wachstum pro Kopf in den Sechzigerjahren bei 3,6 Prozent, in den Siebzigern bei 2,1 Prozent, in den Achtzigern bei 1,3 Prozent und in den Neunzigern bei 1,1 Prozent. Je liberalisierter die Weltwirtschaft, desto geringer das Wachstum. 52 Länder wurden in den Neunzigerjahren überhaupt ärmer. Am schnellsten wächst mit China ein Land, das sich bislang keinen Deut um die Vorgaben des Währungsfonds scherte, wenig Wert auf Demokratie und Menschenrechte legt

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