Arme Häuser

Politik | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

NS-ZEIT Das Wien Museum präsentiert eine Recherche über Liegenschaften, die während der NS-Zeit geraubt wurden und dann an die Gemeinde fielen. 

Wien ist rot. Das ist die wichtigste Erkenntnis, die der Ausstellung "Verkauft. Enteignet. Verbüchert." im Atrium des Wien Museums zu entnehmen ist. Denn auf einem Stadtplan sind alle im Eigentum der Stadt befindlichen Liegenschaften (Parks, Straßen, Gebäude) mit roter Farbe gekennzeichnet. Und das ist fast die Hälfte der gesamten Stadtfläche, genau 46 Prozent. Dazu gehören auch einige Immobilien, die ihren Besitzern zwischen 1938 und 1945 weggenommen wurden, weil diese durch nationalsozialistische Gesetze, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, zu Juden erklärt wurden. Schönfärberisch wurde dieser gigantische Raubzug als "Arisierung" bezeichnet. Um diese braunen Flecken auf dem roten Fleckerlteppich geht es bei der Präsentation im Wien Museum.

  Vor knapp drei Jahren beauftragte die Stadt Wien ein dreiköpfiges Historikerteam


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