Knecht

Outsourcen mit Nikolaus

Politik | DORIS KNECHT | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Wie ich gerade aus himmelblauem Filz einen warmen Wintermantel für einen drei Zentimeter langen Plastikesel nähe, ruft mich Sedlacek an und sagt, na, Knechti, was machst du gerade? Ich berichte, dass ich gerade einen brutal vatikankritischen Kommentar mit einem subtilen, aber pfeifenden Seitenhieb auf die ÖVP verfasse, und Sedlacek seufzt, nichts anderes hat er sich erwartet. So ist es nämlich, dass man seine Freunde belügen muss, die ja nicht zu wissen brauchen, dass man zum Kunsthandwerk neigt, wenn niemand hinschaut. Zu meiner Verteidigung darf ich anführen, dass ich es nicht freiwillig tue, meine Tochter hat mich zu diesem Interessentransfer gezwungen. Allerdings zeitigt das Ergebnis meiner Bemühungen alles andere als den beabsichtigten Kinderaugenglanz; das Kind plärrt, dass es so aber ganz und gar nicht gehe!, der Esel sehe ja gar nichts!, dafür schaut der Schwanz heraus!, das müsse neu genäht werden. Mit mir kann man's ja machen.

  Immerhin: Meine Mutter würde die Progression


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