FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Der Mensch braucht eine Serie. Etwas, woran er sich im Programm festhalten kann, das der Woche Struktur gibt. Peinlich, dass meine letzte strukturerhaltende Serie derzeit "O.C. California" heißt. Ein Teenagerdrama, das tatsächlich die soziale Frage aufwirft - sehr lustig. Echte Nöte für Pubertierende, denen "Dawsons Creek" noch zu gut gelaunt war. Unterschichtbub Ryan, zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, wird von asozialer Mutter rausgeworfen und von reicher Samariterfamilie in der Schnöselgemeinde Orange County aufgenommen. Soziale Spannungen, bittere Klassenunterschiede, trauriges Außenseitertum in der Privatschule - anfangs ist es zum Heulen. Aber Ryan packt den sozialen Aufstieg durch Adoption. Und muss dann in der neuen Familie feststellen, dass auch reiche Menschen Sorgen haben. Die Mama ist bezaubernd, trinkt aber wie ein Fisch, der Bruder ist ein Neurotiker, der Opa ein Schwein und die süße Freundin leidet unter dekorativen Depressionen. Das Staffelfinale läuft Mittwoch bei Pro7 (21.15 Uhr), im ORF kann man noch Samstagnachmittag in OC-Verhältnisse einsteigen.


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