Scheinwahl

Medien | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

ORF Die Wahl zum Publikumsrat geriet zur Farce. Statt einer Sehervertretung wurden Parteienvertreter gewählt. 

Wie unverschämt kann man die Seherinnen und Seher tatsächlich hinters Licht führen?", fragte der ÖVP-Seniorenbund in einer Aussendung zur Publikumsratswahl. Antworten gaben die Parteien einander gegenseitig. Der ÖVP sei die Unabhängigkeit des ORF nichts wert, so die SPÖ, die sich selbst sechs unabhängiger Kandidaten rühmte. Konter der ÖVP: In "völlig unqualifiziertem Stil" betreibe die SPÖ "billigen Stimmenfang".

  Das ist Wahlkampf in Österreich. Es geht um ein Fünftel der Sitze in einem vermeintlich parteiunabhängigen Gremium im vermeintlich entpolitisierten ORF, dem Publikumsrat. Vergangene Woche wurden sechs von 35 Mitgliedern der "Sehervertretung" gewählt, die fast völlig frei von Kompetenzen als eine Art Gewissen des ORF fungiert. Die Wahl endete Montag dieser Woche. Drei Millionen ORF-Zuseher waren wahlberechtigt.

  Wichtigster Unterschied zu einer herkömmlichen


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