Kommentar

Architektur: Halbnazi oder Ganznazi?


MATTHIAS DUSINI
Kultur | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Es genügt, dass jemand "Hitler" sagt, und die Wogen gehen hoch. Es genügt, dass jemand "Hitler und Hoffmann" sagt, und die Wiener Architekturwelt ist in Aufruhr. "Hitler", sagte der Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg, der im Oktober ein dem Diktator gewidmetes Empfangszimmer im Volkstheater demontieren ließ. "Hitler und Hoffmann", sagte in der Folge der Architekturhistoriker Helmut Weihsmann im profil, einen inzwischen revidierten Hinweis des Bundesdenkmalamtes aufgreifend, wonach die verteufelte Vertäfelung vom Säulenheiligen der Wiener Moderne, Josef Hoffmann, stammen könnte.

Weihsmann wagte es auch, "Hitler und Rainer" zu sagen, damit auf die Nazivergangenheit des Gottvaters der österreichischen Nachkriegsmoderne, Roland Rainer, verweisend. Er wurde daraufhin, samt profil-Autor Oliver Elser, vom Architekturkritiker Jan Tabor im Standard ordentlich abgewatscht. Tabor sprach empört von einem erneuten "Nazifizierungsverfahren" gegen Hoffmann und Rainer und rief zu einer Podiumsdiskussion

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