Wucht und Schönheit

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

FILM Dynamik und Kontemplation prägen die Filme von Akira Kurosawa ebenso wie sinnliche Evidenz und gedankliche Komplexität. Eine Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum würdigt den japanischen Regisseur. 

Festen Schrittes marschiert der Holzfäller durch den sommerlichen Wald. Die Kamera erfasst seine Axt, entdeckt uns seinen Nacken, sein Profil, schließlich sein Gesicht. Sie begleitet ihn auf seinem Gang durch flirrendes Sonnenlicht und den Schatten des Laubwerks, zuzeiten aus der Ferne, dann aus unmittelbarer Nähe. Für einen Moment scheint sie ihn im Dickicht aus den Augen verloren zu haben, um ihn dann auf einer Lichtung wiederzufinden. Ein beharrlich sich steigernder Bolerorhythmus ist seinem zielstrebigen Gang unterlegt, der plötzlich abbricht, als der Holzfäller eine grauenvolle Entdeckung macht.

  Mit dieser Szene, die den Zuschauer sogartig in die Handlung von "Rashomon" hineinzieht, öffnete Akira Kurosawa 1951 beim Festival von Venedig dem Westen die Augen für


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