Zugereist und geblieben

Kultur | HERBERT OHRLINGER | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

MILO DOR (1923-2005) Ein Europäer, Kosmopolit und zu wenig gelesener Schriftsteller ist am 5. Dezember gestorben. 

Angekommen" heißt das letzte Buch, dessen Umschlag den Namen Milo Dor trägt - eine Sammlung mit Texten von Autoren, die es aus den unterschiedlichsten Gegenden nach Wien verschlagen hat und die auf Deutsch schreiben. Vor zwei Monaten ist es erschienen, zum Vermächtnis sollte es werden. Am vergangenen Montag ist Milo Dor 82-jährig den Folgen eines Herzinfarkts erlegen.

  Die Selbstverständlichkeit, mit der sich der in Budapest geborene Sohn serbischer Eltern zeitlebens für die unbekannteren Schriftsteller als Übersetzer, Herausgeber und Essayist einsetzte, entspricht einer Weltoffenheit, deren Wurzeln ins ehemals größere Österreich der Habsburgermonarchie zurückreichen. Dort, wo Milo Dor, der damals noch Milutin Doroslovac hieß, aufwuchs, im jugoslawischen Banat, in der Batschka und in Belgrad, unterhielten sich die Großeltern auf Ungarisch nicht seltener als


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