IN KÜRZE

Kultur | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Michael Kehlmann (1927-2005) In den Fünfziger- und Sechzigerjahren gehörte Kehlmann, ein gebürtiger Wiener, der seine Karriere auf der Bühne und beim Kabarett ("Brettl vorm Kopf") begann, zu den gefragtesten Regisseuren im deutschen Sprachraum. Obwohl er dem Theater sein Leben lang verbunden blieb (er inszenierte unter anderem an der Josefstadt, am Burgtheater und am Zürcher Schauspielhaus), erkannte er im Fernsehspiel, zu dessen Pionieren er zählte, das eigentliche "deutsche Volkstheater der Gegenwart". Schnitzler und Nestroy wurden Kehlmanns Domäne, aber im historischen Kontext interessanter sind diejenigen Fernsehinszenierungen, die er nach Werken vertriebener jüdischer Schriftsteller realisierte: vor allem Ferdinand Bruckner ("Fährten", 1960), Ödön von Horváth ("Geschichten aus dem Wiener Wald", 1964), Joseph Roth ("Radetzkymarsch", 1965). Ende der Achtziger trat er die Leitung der Fernsehspielabteilung im ORF an, stieß in dieser Position aber bald an seine Grenzen. Eine


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