NÜCHTERN BETRACHTET

Die Mützen der Mädchen

Kultur | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Der Dezember hängt voller Mützen. Das ist einerseits eine durchaus jahreszeiten- und witterungsadäquate Erscheinung, andererseits will mir scheinen, dass die Mützendichte in letzter Zeit zugenommen hat, obwohl die durchschnittlichen Dezembertemperaturen über die Jahre sicher nicht wahrnehmbar gesunken sind und das Barhäuptigenaufkommen selbst unter Voraussetzung einer gewissen Verweichlichungstendenz früher nicht wesentlich höher gewesen sein kann. Schon gar nicht unter der weiblichen Bevölkerung, denn meiner Wahrnehmung nach werden vor allem die Mädchenmützen mehr. Nur: Was sollen die davor getragen haben? Hüte? Kappen? Kopftücher? Pelzhauben? Fleeceburkas? Ich weiß nicht. Ich glaube, die Mädchen zwischen 15 und 45 zeigen mittlerweile mehr Mut zur Mütze. Mit großer Beherztheit ziehen sie sich Wollteile über die Köpfe, die man früher nicht einmal einem Teekessel zugemutet hätte. Eine raffinierte vestimentäre Strategie, die besagen will: Ich bin ein pfiffiges Mädchen


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