Räähpiid!

Stadtleben | BARBARA ZEMAN | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

FANGESANG Fußballfans machen nicht nur Krach im Stadiob. Sie sind auch Teil einer vielschichtigen mündlichen Kultur. 

Auf dem Weg zum Stadion, inmitten eines grün-weiß beschalten Pulks von Rapid-Anhängern, stellt eine kleine Riederin an der Hand des Papas sehr weitblickend fest, dass "die Rieder von den Wienern heute ja gar nicht gemocht werden". Damit hat sie Recht. Denn Rapid spielt gegen Ried, und obwohl das nicht gerade das Highlight des Jahres ist, reimt man sich im Westblock des Hanappi-Stadions bereits eine Stunde vor Spielbeginn in Stimmung. Das Innviertel wird da kurzerhand zum "Mostviertel" und so hat "Mostschädel, schalala" Hochkonjunktur. Praktischerweise heißt der Schiedsrichter auch noch Mostböck.

  Gewitzt und ein bisschen derb, könnte man meinen. Aber das, was Fußballfans auf der Tribüne so grölen, ist keineswegs nur Krach. Vielmehr handelt es sich dabei um ritualisierte Demütigungen, um ausgefuchste Gesänge - kurzum: um eine subversive und sehr lebhafte


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