WIEDER AM MARKT

Stadtleben | aus FALTER 49/05 vom 07.12.2005

Kletzenbrot, das kennt man irgendwie. Das hat was mit Advent zu tun und mit der Situation, dass einem beim Genuss desselben dann immer so klebrige Dinger zwischen den Zähnen stecken bleiben, deren Geschmack entfernt an Birne erinnert. Was sie nämlich auch ist, die Kletzen, getrocknete, kleine, schrumpelige, braune Birnen, trauriger Zeuge einer Zeit, da man im Winter keine hohen Ansprüche haben durfte, wenn man's süß wollte. In letzter Zeit erleben die Birnenötzis aber eine Art Renaissance, es gibt sie überall, sie werden nicht nur in Kärnten in die Nudel gefüllt, sondern auch in urbaneren Regionen zu Strudelfülle verarbeitet oder mit Rotwein, ein bisschen Rum und Gewürzen nach Fantasie zu einer Sauce gekocht, die sowohl zum Reh als auch zum Lebkuchenparfait ganz ausgezeichnet passt.

Kletzen, derzeit überall am Markt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige