Der kalte Herrenreiter

Erich Klein | Kultur | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Lyrik Erstmals sind alle Gedichte des irischen Modernisten und Obskuranten William Butler Yeats in deutscher Übersetzung erschienen. 

William Butler Yeats (1865-1939), der irische Ahnherr der literarischen Moderne, Dichter, Politiker und Dramaturg, hätte die Rosen wirklich besser nur besungen. "Rote Rose, stolze Rose, Trauerrose aller meiner Tage / Komm her, ich singe ..." heißt es im frühen Gedichtzyklus"Die Rose" aus dem Jahr 1893. Was folgt, ist eine wild brodelnde Beschwörung keltisch-irischer Mythen, von "Cuchulain, der mit den Fluten rang" und vom "Druiden, der mit Träumen Fergus zwang". Der Herr der Ringe ist ebenso nah wie Auf- und Untergang des ganzen Abendlandes. Dem nicht genug, erklärt Yeats in seiner Autobiografie auch noch, dass er zur Stimulierung seiner Einbildungskraft eine Rose verbrannte und wartete, bis der Geist der Rose unter Einwirkung des Mondlichts über der Asche erschien. W.H. Auden, dichtender Zeitgenosse, sparte denn auch nicht mit Spott, als er über

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