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Das Wasserbett sagt: "Gurgel, glucks"

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Von einigen der Sonette des William Shakespeare gibt es mehr als hundert verschiedene Übersetzungen ins Deutsche. Nun hat der renommierte Anglist und Übersetzer Klaus Reichert den ganzen Zyklus der 154 Liebesgedichte an die ominöse dunkle Dame und einen jungen Mann in leicht rhythmisierte deutsche Form gebracht: "From fairest creatures we desire increase, / That thereby beauty's rose might never die" lautet dann: "Von schönsten Wesen wünschen wir ein Mehr, damit die Rose / Schönheit niemals sterbe."

Wie der allerklassischste Gegenstand des Gedichts, die Rose, in lyrische Form zu bringen ist, hat auch die radikalste Begründerin modernen Schreibens, Gertrude Stein, mehrfach beschäftigt. Im wenig bekannten Langgedicht "wie man seine art gewinnt" geht das so: "obzwar. er wußte. rosen. sind. rot. und. rosen. sind. weiß. und rosen. sind rosen."

So zurückhaltend der Übersetzer Ulf Stolterfoht bei Gertrude Stein bleibt, so manieriert wirken die kleinen, unter dem Titel "Trötentöne"


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