LEBENSLANG

"Es ist halt doch lang"

Steiermark Politik | SILVIA SCHOBER | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Beim Betreten des kleinen Raums, in dem das Interview stattfinden soll, fällt das Augenmerk sofort auf den Glastisch: "Seit Leute Handys unter die Tischplatte geklebt haben, gibt's die", erklärt der 36-jährige Ch. aus Tirol. Seit 1993 sitzt der gelernte Koch in der Justizanstalt Graz-Karlau ein, ein "paar Jahre" hat er "schon noch auf lebenslang". Er arbeitet in der Standküche der Anstalt, die von Montag bis Freitag um sieben Uhr aufgesperrt wird. Bis 14.30 Uhr wird Montag bis Donnerstag gearbeitet, am Freitag bis 12.30 Uhr. Für das eigene Haus wird gekocht, ebenso für die Leute in der Schubhaft. Die hohe Insassenzahl merkt man auch am Arbeitsplatz: "Früher haben 15 bis 17 Häftlinge in der Küche gearbeitet, jetzt sind es um die dreißig, zwei Drittel davon Ausländer", berichtet Ch. Grundsätzlich hält er die Arbeitsbeschäftigung der Häftlinge für "sehr sinnvoll": "Die Menschen müssen beschäftigt werden und sich an einen Tagesablauf gewöhnen. Allerdings wäre es besser,


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