STANDPUNKT

Teure Frauensachen

Politik | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Wenn ein Mann einer Frau, die nichts von ihm wissen will, ständig Blumen schickt, sie dauernd anruft, ihr im Büro oder vor der Wohnung auflauert, dann macht er ihr nicht den Hof, sondern Psychoterror. Er ist kein Verehrer, sondern ein Stalker. Dass Stalking nicht nur Promis trifft, die blöderweise einen durchgeknallten Anbeter haben, sondern dass laut einer Ifes-Studie bereits jede vierte Frau Psychoterror erleben musste, hat mittlerweile auch die heimische Politik kapiert. Doch jetzt spießt es sich bei der Umsetzung des von BZÖ-Justizministerin Karin Gastinger für Jänner 2006 angekündigten "Anti-Stalking-Gesetzes", genauer an der Kostenfrage. Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte nämlich vergangene Woche den von Gastinger eingebrachten Begutachtungsentwurf abgelehnt, weil die Kosten darin nicht genau beziffert worden seien. Die Justizministerin betonte gleich, das Gesetz sei damit "sicher nicht" gestorben, sie lasse die zu erwartenden Mehrkosten schätzen und werde diese dann dem Kollegen Finanzminister erneut vorlegen. Das Problem dabei: Man könne "nicht auf die Zahl genau sagen, wie viele Fälle es geben wird", erklärte die Ministerin. Interessant, dass man gerade beim "Anti-Stalking-Gesetz" vorher eine präzise Aufstellung braucht, was so eine teure Frauensache kosten wird. Bei Männerangelegenheiten wie den Abfangjägern war man da nicht so centgenau. J. O.


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