Knecht

Meisterwerke des Eskapismus


Doris Knecht
Politik | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Andere schluchzen in "King Kong", ich sitze in "Plüsch" und verdrücke dort eine Träne der Ergriffenheit, ja, lachen Sie doch, ich kann nichts dafür, mich ergreift derzeit alles, selbst ein Tanztheater für Zweijährige. Anderntags ergreift mich der Umstand, dass meine Tochter inmitten der praktisch kilometerweiten kompakten Schneelandschaft der Steinhofgründe wie ferngesteuert auf das einzige Schlammloch zumarschiert und prompt längelang reinplumpst. Halleluja. Wie wissen die das immer? Zuvor schon hat mich die überraschende Steinhof'sche Schneelandschaft ergriffen, mit der ich nämlich überhaupt nicht gerechnet hatte: Entschuldigung, drei Tage zuvor hat's einen Bezirk weiter wie blöd geregnet, geregnet und geregnet; so geregnet, dass Menschen innerhalb von nur 24 Stunden in eine Depression verfielen, ihre Ernährungsgrundsätze vergaßen, ein viel zu verwegenes Kleid kauften, ihre Kinder grundlos anbrüllten oder wie ich alles auf einmal. War's nicht eben London im Sommer? Wo

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