PRESSESCHAU

Medien | GERALD JOHN | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Nationalspieler, die in Tränen ausbrechen, und andere Tragödien: Der Spiegel berichtete einmal darüber, wie ernst Fußballer jene Noten nehmen, die Sportredaktionen allwöchentlich verteilen. In Österreich spielen Krone und Kurier die Scharfrichter - hart, aber nicht immer gerecht. Oft lässt sich zum Beispiel eine Art antikapitalistischer Reflex beobachten, der sich in härteren Kritiken gegenüber vermeintlich überbezahlten Stars äußert. Unlängst stempelte der Kurier drei Kicker der siegreichen Austria zu "Versagern", während den Verlierern von der Admira allesamt die Höchststrafe erspart blieb. Können Underdogs in der Stunde der Niederlage mit Milde rechnen, so haben sie es umgekehrt schwerer, für gute Leistungen die Bestnote zu ergattern. Die Krone verteilt ihr Prädikat "Teamreif" überhaupt derart selten, dass Nationaltrainer Pepi Hickersberger beim nächsten Ländermatch allein ins Stadion einlaufen müsste, würde er die Bewertung ernst nehmen. Auch dem Tiroler Stürmer Milan Pacanda gab das Boulevardblatt zuletzt lediglich die drittbeste Note. Er hatte ja nur drei Tore geschossen.


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