Kommentar

Keine Macht für Heinz Sichrovsky!


WOLFGANG KRAlicek

Kultur, FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Wenn Heinz Sichrovsky Politik macht, hat der Journalismus Pause. Der News-Kulturressortleiter ist von der fixen Idee besessen, das Kulturleben des Landes mitbestimmen zu wollen. Bis zu einem gewissen Grad tut das jeder Journalist, Sichrovsky aber will mehr: Sein Ehrgeiz besteht darin, bestimmte Leute auf bestimmte Posten zu schreiben. Dass er dabei nicht wirklich erfolgreich ist, war zuletzt am Beispiel der Salzburger Festspiele zu beobachten: Um den Dirigenten Franz Welser-Möst an die Salzach zu bringen, reiste Sichrovsky sogar nach Zürich in die Oper, um eine von Welser-Möst dirigierte Premiere zu bejubeln. Festspielintendant wurde trotzdem Jürgen Flimm, was dieser in News noch zu spüren bekommen wird.

Manchmal beschlichen ihn Allmachtsfantasien, gesteht Sichrovsky in der aktuellen Ausgabe der Branchenzeitschrift Extradienst - nämlich immer dann, wenn er gerade "einen kulturpolitischen Treffer gelandet" habe. "Die kleine, provinzielle österreichische Szene, in der man sich relativ

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