Von wegen Altersweisheit!

Kultur | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

LETZTE & WORTE In Österreich wird gut gestorben - jedenfalls, was die literarische Bewältigung dieses tristen Themas bei Sebastian Schinnerl, Gabriele Kögl und Margit Schreiner anbelangt.

Gerne sagt man, dass Alter und Tod in unserer Gesellschaft "tabu" seien. Ohne einen gefestigten Glauben an ein Leben "danach" und die Ideologie der ewigen Jugend im Nacken ist es allerdings nicht leichter geworden, mit diesen Themen umzugehen. Und vielleicht noch schwerer, darüber zu schreiben. Was bleibt übrig von einem Leben, dem möglicherweise nichts folgt? Darauf geben drei neue Romane österreichischer Autoren Antwort.

  Mit "Pluton oder Die letzte Reise ans Meer" legt der Vorarlberger Sebastian Schinnerl, Jahrgang 1960, auch gleichzeitig eines der erstaunlichsten Debüts des Jahres vor. Schinnerl hat für die Darstellung des körperlichen und geistigen Verfalls eine Erzählebene gefunden, die seinen Protagonisten in eine mythische Dimension zu heben vermag, ohne die Jämmerlichkeit seines


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige