Herr Lazarus stirbt

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

FILM Eine der großen Kinoüberraschungen des heurigen Jahres: "Der Tod des Herrn Lazarescu" vom jungen rumänischen Regisseur Christi Puiu. 

Dante Remus Lazarescu schaut nicht gut aus. Kreidebleich und unrasiert, eine blaugraue Wollmütze auf dem Kopf, sitzt der alte Mann in der Küche seiner kleinen, vor Dreck starrenden Wohnung und nimmt ein frugales Mahl zu sich: Tabletten und einen kräftigen Zug aus der Schnapsflasche. Es ist Samstagabend. Der telefonische Rettungsdienst ist überlastet und das Fräulein am anderen Ende der Leitung offenbar auch. "Lazarescu, Dante Remus", wiederholt er seinen Namen zum dritten Mal. "Ja, ich trinke. Wie alle Männer, nicht wahr?"

  Zugegeben, weder der Titel des Films, "Moartea domnului Lazarescu", noch seine Handlung klingen aufs Erste besonders einladend; allerdings verpasst, wer sich davon abschrecken lässt, eine der größten Überraschungen des heurigen Kinojahres. Cristi Puiu, ein junger Rumäne, der Eric Rohmer sein wichtigstes Vorbild nennt,


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