SPIELPLAN

Kultur | CHRISTOPHER WURMDOBLER, WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Ui, Herbert Föttinger traut sich was. Im Theater in der Josefstadt inszenierte dessen zukünftiger Chef Ludwig Anzengrubers "Das vierte Gebot", ein Stück, das zeigt, was dabei herauskommt, wenn man brav ist und seine Eltern "ehrt". Selbst wenn die nur das Schlechteste wollen, die Töchter an einen Reichen verheiraten oder verkuppeln, den Sohn zum Militär schicken oder dass der Bub ein Pfarrer wird. 1877 mag diese Art Gesellschaftskritik noch provoziert haben (der Sohn wird zum Mörder, die Töchter krank oder Hure, der Geistliche deren bester Kunde). Aber heute? Heute packt man einen abstrakt-sakralen Bühnenraum (Rolf Langenfass) voll mit bürgerlichen Accessoires, guten (toll zurückgenommen: Elfriede Ott als graue Großmutter), feschen (Alexander "Rex" Pschill) oder singenden Schauspielern (Sandra Cervik in Dietrich-Pose) und lässt am Anfang und am Ende Skaterknaben zu Eminem-Musik Smileys aufs Bühnenbild sprayen. Wie macht die Spraydose? Pffffff. Das ist auch so ungefähr das,


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