Zeichnen: Ausgezeichnet

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

KUNST Die Albertina zeigt außerplanmäßig Grafiken des österreichischen Malers Egon Schiele. Wie immer findet Malerheldenverehrung auf hohem Niveau statt. 

Der Maler Egon Schiele wird 1890 als Sohn eines Bahnhofsvorstands geboren. Er studiert an der Akademie der bildenden Künste, die er allerdings wegen künstlerischer Auffassungsunterschiede mit seinem Professor, dem Ringstraßenmaler Christian Griepenkerl, vorzeitig verlässt. In seinem Abschlusszeugnis wird sein Fleiß als "genügend" bewertet, ebenso sein künstlerischer Fortschritt. Vor allem aber in der Bewertung des Unterrichtsgegenstandes "Malen der menschlichen Gestalt" gehen die Meinungen seither auseinander: Während die Leistungen Schieles in diesem Fach von seinem Professor lediglich als "genügend" beurteilt wurden, fanden einige Sammler die meist verrenkten und lang gezogenen Gestalten des knapp Zwanzigjährigen schon recht gut.

  Hundert Jahre später würde ihm alle Welt ein "Ausgezeichnet" geben, hat sich doch die


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