NÜCHTERN BETRACHTET

Im Strumpfwarenladen

Kultur | aus FALTER 50/05 vom 14.12.2005

Aus Gründen, die mir selbst nicht ganz zugänglich sind, gehe ich gerne Sockenshoppen. Nun gut, ich gehe sogar ganz gerne in den Supermarkt Suppenshoppen, aber vom Sockenshoppen geht eine ganz eigene Befriedigung aus. Es ist einfach ein gutes Gefühl, mit farblich sauber abgestimmten Socken durch die Welt zu gehen. Und die Sockenindustrie lässt sich ja auch allerhand für unsere Füße einfallen. Unlängst habe ich ein Paar braune Socken mit sehr sparsam und bedacht eingesetzten orangen Streifen erworben: Was sich damit für Wirkungen erzielen lassen! Üblicherweise kaufe ich meine Socken in großen Einkaufshäusern, in denen das Verkaufspersonal Hallenfußball am Klo spielt. Die Logistik der Weihnachtseinkäufe führte mich unlängst allerdings in ein kleines Strumpfwarengeschäft in der Innenstadt - eines von der Sorte, in der Frauen über fünfzig die Kunden mit Bekleidungsdiminutiven wie "Söckchen" oder "Hoserln" niederzwitschern. Als ich unvorsichtigerweise meine Zentralshoppingformel


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