Verwirrende neue Welt

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

AUSLAND Während die USA sich im Irak verstricken, erwacht Lateinamerika. Und die EU funktioniert, obwohl ihren Führern die Ideen fehlen. 

Wie hat Chile das geschafft? Noch vor zehn Jahren erinnerte das europäischste Land Lateinamerikas gespenstisch an die deutsche oder österreichische Nachkriegszeit. Die Sieger von damals waren die Opportunisten von einst. Wer der Opfer der Pinochet-Diktatur gedachte, erschien als hoffnungsloser Anachronist, so ähnlich wie das österreichischen Februarkämpfern in den Anfangsjahren der großen Koalition gegangen ist. In den chilenischen Kasernen galt Pinochet als unantastbares Idol. Das Porträt des Diktators hing in allen Amtsstuben des Militärs, das auch nach der Wende zur Demokratie unverändert die faschistoide Ideologie der Vergangenheit verteidigte.

  Inzwischen befindet sich der Exdiktator wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption unter Hausarrest. Die meisten Amnestiegesetze für die Jahre der Militärdiktatur sind außer Kraft. Seit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige