Exempel des Bösen

Vorwort | ISOLDE CHARIM | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

KOMMENTAR Über das mehrfache Versagen der amerikanischen Strafjustiz im Fall des hingerichteten Stanley Tookie Williams. 

Alle massiven Einsprüche, alle prominenten Unterstützungen haben letztlich nichts geholfen: Letzten Dienstag wurde der wohl bekannteste amerikanische Todeskandidat doch exekutiert. Arnold Schwarzenegger hat das, was in seiner Macht stand, nicht getan. Er hat Stanley Tookie Williams nicht begnadigt. Hier wurde nicht nur wieder einmal eine amerikanische Todesstrafe vollstreckt. Hier wurde nicht nur ein weiterer schwarzer Delinquent von Staats wegen getötet. Der Fall Tookie Williams ist ein besonderer. Es ist die Geschichte einer spektakulären Bekehrung: wie aus einem radikal Bösen ein Guter geworden ist. So weit, dass er, der ehemalige Bandenchef, sogar mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. Ein außergewöhnlicher Vorgang. Dieser hat alle Ingredienzien einer bürgerlichen Erweckungsgeschichte. Da geht einer durch die tiefsten Abgründe und erfährt


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