Krieg ist nicht komisch

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

THEATER Andrea Breth hat Lessings schwieriges Lustspiel "Minna von Barnhelm" entweder zu ernst genommen - oder nicht ernst genug. 

Minna von Barnhelm" ist ein komisches Stück, was nicht heißen soll, dass es sonderlich komisch wäre. Obwohl es sich um ein "Lustspiel" handelt, gibt es hier üblicherweise wenig zu lachen. Dass sich dieser Problemfall von einer Komödie in letzter Zeit dennoch großer Beliebtheit erfreut, hängt mit seinem Thema zusammen: Das 1767 geschriebene Stück spielt in schwierigen Zeiten, und es handelt von einer Liebe, die am lieben Geld zu scheitern droht. Das trifft offenbar den Zeitgeist.

  In Wien steht die "Minna" heuer bereits zum zweiten Mal - nach einer wenig aufregenden Josefstadt-Inszenierung im März - auf dem Spielplan, und diesmal waren die Erwartungen groß: Andrea Breth hatte in Lessings Trauerspiel "Emilia Galotti" vor drei Jahren einen leidenschaftlichen Thriller entdeckt, es war ihr also zuzutrauen, dass sie nun auch "Minna von Barnhelm" knacken


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