Was erträgt Mozart?

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

MUSIKTHEATER Zwei Frühstarts ins Mozartjahr: Die Kammeroper zeigt eine gekürzte "Zauberflöte", die Volksoper hält sich weitgehend ans Original. 

Der Schauspieler, Regisseur und Autor Gabriel Barylli hatte eine "entscheidende Frage" an Wolfgang Mozart: "Was erträgt die Liebe?", wollte er wissen und reduzierte für die Wiener Kammeroper Mozarts Singspiel "Die Zauberflöte" aufs seiner Ansicht nach Wesentliche: die Geschichten der drei Liebespaare Tamino/Pamina, Papageno/Papagena und Sarastro/Königin der Nacht. Letztere sind im Original zwar eher das Gegenteil eines turtelnden Pärchens, doch Barylli erfand kurzerhand eine Vorgeschichte: Der künftige Weisheitstempel-Vorsteher und die noch nicht verbitterte Regentin des Sternenhimmels geben zu Beginn von "Sarastros Traum von der Zauberflöte - gekürzt" die glücklichen Jungeltern eines Sohnes namens - Tamino. Na ja.

  Prinzipiell ist gegen einen Eingriff in die Handlung einer so oft gespielten und inhaltlich ohnehin rumpelnden Oper

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