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Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

"Wie relevant ist Brecht in der veränderten politischen Situation der Europäischen Union mit ihren neuen Mitgliedsländern, von denen viele ehemalige Staaten des Ostblocks sind? Verkörpert George W. Bush das Böse, ist er ein neuer Messias oder doch nur ein Idiot auf der Haupttribüne? Was halten wir vom Islam und vom möglichen Beitritt der Türkei in die EU?" Fragen über Fragen! Formuliert werden sie von Regisseur Ong Keng Sen im Programmheft zu seiner Brecht-Inszenierung im Schauspielhaus, beantwortet werden sie auf der Bühne - zum Glück? - nicht. Nach der MilosÇevic´-Performance "Offenes Geheimnis" (2003) und der japanischen Romandramatisierung "Chinoiserie" (2004) ist "Der kaukasische Kreidekreis" (bis 4.2.) Ong Keng Sens dritte Inszenierung am Schauspielhaus, und das Konzept hatte sich auch diesmal interessant angehört: Der Regisseur aus Singapur wollte das auf einem alten chinesischen Singspiel basierende Parabelstück von Bert Brecht und Paul Dessau (Musik) auf seine formalen


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