WOODY ALLEN: "Match Point"

Blindverkostet: Satzsieg

MAYA McKECHNEAY | Kultur | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

Auf Weinmessen gibt es Blindverkostungen, das Gleiche geschieht in Musikerkreisen, wenn zum Beispiel die deutsche Zeitschrift Spex einer Kritikerrunde Songs vorspielt, ohne deren Herkunft zu verraten. Im Kino bleibt es in der Regel beim Gedankenexperiment: Was wäre, wenn man über den Film nichts wüsste, nicht wann, nicht wo und vor allem nicht von wem er gedreht wurde?

  Zum Beispiel "Match Point", der jüngste Film von Woody Allen. "Match Point" ist das Drama eines aufrechten jungen Mannes, der nach einem Prozess der Wandlung wegen Geld und aus Statusgründen Liebesverrat begeht. Scarlett Johansson spielt die Blondine, der Jonathan Rhys-Meyers in London verfällt. Doch die Liebe darf nicht sein, weil sie die Verlobte seines Freundes und er zudem dessen Schwester zur Ehe versprochen ist. Für die junge amerikanische Schauspielerin (Johansson) und den mittellosen irischen Tennislehrer (Rhys-Meyers) bedeutet die Verbindung zu diesem Geschwisterpaar aus der britischen Upper-Class das Billett

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