Ira Sachs: "Forty Shades of Blue"

Trost von Fremden

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

Eigentlich mache er immer wieder nur denselben Film, hat Ira Sachs unlängst in einem Interview bemerkt. Sachs ist Jahrgang 1965, aus Memphis gebürtig, Jude und schwul. Familien sind in seinen Filmen prinzipiell kaputt, seine Heimatstadt zeigt er am liebsten aus einer fremden Perspektive. Sein erster, vor zehn Jahren realisierter Spielfilm "The Delta" hat den Sohn einer Vietnamesin und eines schwarzen GI zur Hauptfigur, der sich in der Metropole des Rock 'n' Roll als Hustler verdingt - "Forty Shades of Blue" eine junge Russin namens Laura, die an der Seite eines alternden, egomanischen Musikproduzenten ein freudloses Luxusleben führt.

  Alan James ist das, was man eine "lebende Legende" nennt, und niemand ist davon so überzeugt wie er selbst. Bei einem Dinner nimmt er mit launiger Koketterie eine Auszeichnung für seine Verdienste entgegen und verschwindet umgehend mit einer Blondine in einem Hotelzimmer; Laura bleibt, wohl kein Einzelfall, allein zurück und sucht Trost an der Bar.


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