Ich + ich

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

LITERATUR "Das Hundeleben der Juanita Narboni" des aus Tanger stammenden Ángel Vázquez ist ein großes literarisches Selbstgespräch. 

Ich bin völlig korrupt. Egoist, ohne Glauben an Gott und ohne jedes Vertrauen in mich selbst. Schwul, Alkoholiker, jedweder Droge zugeneigt, Kleptomane ... Jean Genet und Maurice Sachs und ein bisschen Violette Leduc, in Taschenbuchausgabe." So schreibt der Exzentriker Ángel Vázquez über sich selbst. Warum hat uns noch niemand von diesem Mann erzählt?

  Vázquez, 1929 in Tanger geboren, 1980 in Madrid gestorben, war im Leben wie im Schreiben ein Außenseiter. "Das Hundeleben der Juanita Narboni" ist einer von gerade einmal drei Romanen aus seiner Feder, und es ist überhaupt der erste, der nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Im Original 1976 erschienen, errichtet er der verblichenen Weltstadt Tanger ein ungewöhnliches literarisches Denkmal.

  Die Stadt an der Nordküste Afrikas erlangte zwischen den beiden Weltkriegen und von 1945 bis zur


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