AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

Der eine war nicht nur der "Vater der Geschichtsschreibung" und Erzähler "zahlloser Märchen", wie Cicero ihn nannte, sondern auch Anthropologe und der erste Reporter der Weltgeschichte. Der andere gilt als der berühmteste Reporter der Gegenwart - woran wiederum auch der eine seinen Anteil hat. Denn bevor Ryszard Kapuscinski 1956 einigermaßen unvorbereitet zu seiner ersten Reise nach Indien aufbricht, erhält der damals 23-Jährige von seiner Chefin eine Übersetzung von Herodots "Historien". Der Aufenthalt in Indien erweist sich zwar als Fiasko, doch das rund 2400 Jahre alte Buch wird ihm fortan bei seinen Reisen rund um die Welt zum festen Begleiter und Brevier. Nach zwölf Kriegseinsätzen und 27 Revolutionen, vier Todesurteilen, sechs Bypässen, Malaria und TBC hat der polnische Journalist und Autor nun mit "Meine Reisen mit Herodot" gleichsam die Summe seines Reporterlebens veröffentlicht: Das wunderbare Buch ist nämlich nicht nur eine brillante Abhandlung über Herodot und seine


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