STADTRAND

Sackerl baba

Stadtleben | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

Na, das fängt ja gut an, das neue Jahr. Ab dem 2. Jänner stellt Meinl am Graben ein Service ein, das nicht nur uns, sondern auch zahlreichen Snobs und Hofratswitwen lieb geworden ist: Julius Meinl schafft das Gratissackerl ab. Kenner wissen: Beim Feinkoster am Graben gibt's nicht nur Papier mit Henkel dran, so ein Meinl-Sackerl hat man, wenn nicht ein Leben, dann doch zumindest ein paar Wochen lang. Es ist stabil, wind- und wetterfest und sieht dazu auch noch fesch aus - vor allem seit das orange Design den grün-grünen Vorgänger abgelöst hat. Wer mit dem Sackerl vom Meinl durch die Stadt spaziert, outet sich als Mensch mit Sinn fürs Schöne, als Feinspitz und Stilkönig oder

-königin - selbst wenn er darin nur den Einkauf vom Hofer nach Hause transportiert oder Bücher in die Bibliothek zurückbringt - Meinlsackerlträger haben das gewisse Etwas. Selbst wenn man nur eine Rolle Klopapier am Graben kaufte, wurde einem das kostenlose Sackerl förmlich aufgedrängt. Jetzt nicht mehr, denn ab 2006 kostet die Luxus-tasche extra. Gratis gibt es nur welche aus Plastik. Aber die sind doch so was von stillos. C. W.


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