Einfach, klassisch

Steiermark Kultur | HERMANN GÖTZ | aus FALTER 51/05 vom 21.12.2005

THEATER Großes Stück, großer Autor, großer Regisseur: Jürgen Bosse inszeniert "Maria Stuart" und lässt zwei ausgesuchte Darstellerinnen Tragödie machen.

Viel deutlicher noch als das Spiel erzählt in Jürgen Bosses "Maria Stuart" die Bühne selbst von der offenkundigen Intention dieser Inszenierung: Susanne Maier-Staufen hat schlichte, kühle Räume gestaltet, eingefasst von einem Rahmen, der den Guckkasten verstärkt und unterstrichen durch eine leichte Schräglage jener Bretter, die hier eine geschlossene Welt bedeuten. Die schlichte, zeitgemäße Ästhetik und die gut sitzenden Anzüge üben noble Zurückhaltung, wie es sich gehört, um dem Drama Gehör zu verschaffen. Edle Einfalt eben. So sieht heute stille Größe aus, da ändert auch eine bewusst coole Zwischenmusik nichts. Hier schillern die Satzkaskaden, hier mündet das Versmaß in klassische Reim- und Gedankengebilde. Und der Regisseur hat ihnen keinen störenden Regieeinfall entgegengesetzt. Kann das gut gehen? Kann so


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