Vespa und Wasserball

Kultur | BARBARA SCHWEIZERHOF | aus FALTER 02/06 vom 11.01.2006

FILM In seinen komisch-melancholischen Filmen verleiht Regisseur und Darsteller Nanni Moretti einer Generation von zu spät Gekommenen seine Stimme. 

Außerhalb Italiens wurde Nanni Moretti bekannt als Vespafahrer. Launig kurvte er 1994 in "Caro Diario" ("Liebes Tagebuch ...") durch die Straßen Roms und räsonierte über die Würdelosigkeit des Pantoffeltragens. In einer Szene sieht man ihn in einem leeren Kino sitzen, auf der Leinwand lamentieren die Schauspieler eines nicht näher benannten italienischen Films über die Fehler ihrer verlorenen Jugend. Moretti kann nicht anders, er muss ihnen entgegenhalten: "Ihr habt vielleicht die falschen Parolen gerufen und seid hässlich geworden! Ich dagegen habe für die richtigen Dinge gekämpft und bin heute ein wunderbarer Vierzigjähriger." Wer in der Generation der Post-68er hätte ihm da nicht zustimmen wollen?

Mit "Caro Diario" gelang Moretti auf europäischer Ebene, was ihm bereits 15 Jahre zuvor in Italien mit "Ecce Bombo" ("Die Nichtstuer")


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige