STADTRAND

Im Lichtersmog

Stadtleben | aus FALTER 02/06 vom 11.01.2006

Erinnern Sie sich noch an die Beischlafgeräusche vergangenen Sommer in meinem Hinterhof? Nein? Ich schon. Jetzt haben die Nachbarn von schräg vis-à-vis auch in Zeiten geschlossener Fenster einen Weg gefunden, mir den Schlaf zu rauben: Die Ficker machen Lichterkettenterror. Und zwar weit über Weihnachten hinaus. Angefangen hat alles mit einer kleinen Installation an deren Küchenfenster, nur ein paar Birnchen, kaum stärker als der Schein einer Kerze. Am 24. Dezember dürften sie dann (wahrscheinlich im Abverkauf, die Geizhälse. Womöglich haben sie ihn auch in irgendeinem Shoppingcenter abmontiert!) den Stern von Bethlehem erstanden haben. Den originalen. Seitdem flackern gegenüber nicht mehr nur müde Funzeln, das Teil könnte jede Großraumdisco erhellen. Es ist die Stalinorgel der Weihnachtsbeleuchtung. Jedenfalls ist es derzeit bei uns in der Wohnung so hell, dass man nachts gar kein Licht anschalten muss. Nicht mal zum Lesen. Okay, das war übertrieben. Aber selbst bei geschlossener Jalousie sind wir gut beleuchtet. Und können nicht schlafen. Hoffentlich kriegen sie bald ihre Stromrechnung. C. W.


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