PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Freitag, 13. Jänner

Stadtleben | aus FALTER 02/06 vom 11.01.2006

... als [Jesus] sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht ...

Joh 1,35-42

(Evangelium am 2. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres B)

Am Freitag, 13. Jänner, rotten sich die Anarchistys um 15.30 Uhr zusammen im 5. Bezirk in Wien am Margaretenplatz, dort ungefähr, wo das Falty seine Weihnachtsfeier beging, denn der Aberglaube wird größer und die Leute damit dümmer gezüchtet. So ist dies ein guter Termin, Freie zu finden. Am ehesten noch ist zu erwarten, dort wen zu finden, der mich sich ausgreifen ließe aus karitativer Idee, aber ich habe nicht mehr die Kraft, so lange zu stehen oder durch die Stadt mit ihnen zu gehen. Aber in etwa haben die meine Sehnsucht, nicht arbeiten zu müssen. Denn plötzlich, während "Licht ins Dunkel" lief, und die sagten, in Spanien müssten die Behinderten gar nichts, Gott sei Dank aber in Wien, hülfen wir ihnen.

Damit, wie es zu den Religionen kam, verhielt es sich jedoch so: Die Lautstärkeren haben die Religionen gegründet. Sie waren die zweite Generation nach einer großen, freien Persönlichkeit, und als diese starb, wollten sie festhalten, sich und überhaupt. Es ist so wie heute, einem wilden, freien Menschen gelingt etwas, im Vorbeigehen gleichsam, und alle liegen flach auf dem Bauch, und dann kommen die Seminarleitys, diese Grottenbahnlauschys, und bauen eine Religion. Was soll ein Neugeborenes anders tun, das in die Pflichtschule geschliffen wird, als zu gehorchen? Mozart, sagten sie am 1. Jänner um 7 Uhr früh, war nie in der Schule. Und er aß halt, was besser schmeckte.

Jesus war nun auch geboren, und so geriet er unter anderem in die Religionen, und er dürfte eine erste Generation gewesen sein und in keiner Schule, und dann benützte er das ihn Umgarnende und war frisch, fröhlich, unbekümmert, er dachte nicht im Schlaf daran, eine Religion zu gründen, denn ihm ging ja nichts ab, war alles da in seinen Augen. Nur eben die Gschaftlhubys der zweiten Generation machen immer eine Denkschule daraus. Das ist unser Problem, die Lehre mit und ohne H.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist unter www.falter.at zu abonnieren


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