VORWORT

Ich sehe was, was du nicht siehst

Steiermark Vorwort | Franz Niegelhell | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Ich sehe was, was du nicht siehst, heißt es in einem Kinderspiel. Treffender könnte man aber auch kaum beschreiben, wie heute manchmal mit Kultur Bedeutung erzeugt wird. Nachdem die umstrittenen Sujets der EU-Plakatserie der "25 Peaces" von Carlos Aires und Tanja Ostojic in Wien entfernt worden waren, hängt nun die Arbeit von Ostojic am Eingang zum Grazer Forum Stadtpark.

Ostojic empfinde die Polemik um ihr Werk, das den mit einem EU-Slip bekleideten Unterleib einer Frau - ein Zitat eines Werks von Gustave Courbet - zeigt, als "öffentliche Zensur". Gegen diese Zensur gelte es nun anzutreten, heißt es sinngemäß aus dem Forum. "Es ist eine Blamage für den Kunststandort Österreich, dass eine kritische künstlerische Auseinandersetzung mit Kernthemen unserer Zeit unterbunden wird. Das Werk von Tanja Ostojic muss unbedingt in die Öffentlichkeit zurück!", hieß es in einer Aussendung des Forum vor wenigen Tagen. Man will damit einen Schritt gegen wachsende Kunstfeindlichkeit setzen


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