JELINEK UND BINDER

Steiermark Politik | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Mit einem Monolog der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek im Vorprogramm inszeniert der Grazer Regisseur und Autor Ernst M. Binder den jüngsten Teil seines vot [sprich: Pivot]-Projekts. Sowas sieht sehr selbstbewusst aus, hat aber dramaturgische Gründe. Denn nach Binders eigenem Beitrag zu diesem "Doppelabend" mit dem Titel "The Voice of the Mother" kann nichts mehr folgen. Hält Jelineks erstmals in Österreich aufgeführter Monolog "Und dann nach Hause" den Verhältnissen einen Spiegel vor, der sich in spielerisch assoziativen Gedankenströmen zu einem sprachlichen Kaleidoskop verdreht, macht Binders Text Schluss mit Verhältnissen. "The Voice of the Mother" ist der Versuch, eine mögliche Verweigerung gegenüber dem Leben poetisch zu fassen. Eine Frau (Anita Gramser) beschließt, mit Leben und Lieben Schluss zu machen. Durch Verweigerung von Fortpflanzung, von Sex. Die Männer (Horst Heiss, Ulrich Hoppe) stehen in diesem sanft, fast romantisch und zugleich dunkel vorgetragenen Spiel


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