Ganz normale soziale Misere

HERWIG G. HÖLLER | Steiermark Kultur | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

KUNSTARBEIT Von den McJobs im Landesmuseum ist der Kultur-und Soziallandesrat nicht sonderlich begeistert. 

Ein internes Mail sorgte Mitte Dezember unter den etwa 300 sogenannten Vigilanten des Joanneums für kurze Verwunderung und auch leichte Erregung. Bis Ende des Jahres - so war zu lesen - mögen die Mitarbeiter, die als Ausstellungsaufsicht in den zahlreichen Häusern des steirischen Landesmuseums beschäftigt sind, ein polizeiliches Leumundszeugnis vorgelegen. Und abschließend: "Sollte sich ein(e) VigilantIn weigern, wird er/sie leider gekündigt."

  Niemand wurde gekündigt, alle legten das nötige Dokument vor. Und obwohl das Landesmuseum im konkreten Fall sogar die Hälfte der Kosten ersetzte, wurde die Aktion bei manchen Betroffenen dennoch als Affront empfunden: Denn bei einem Stundenlohn von 5,20 Euro brutto musste man auch für die restlichen 14 Euro der Bestätigung immerhin drei Stunden Aufsichtsdienst im Museum leisten.

  Zwei Drittel aller Vigilanten des Joanneum sind

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