VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Sie wissen natürlich, was ein BIP ist. Glauben Sie. BIP steht nämlich im Jahr 1986 für Bürgerinitiative Parlament. Und während in Deutschand bereits Joschka Fischer als erster grüner Minister in einer Landesregierung saß, wurde in Österreich intensiv über die Gründung einer grünen Partei diskutiert, die das ernste Ziel hatte, ins Parlament zu kommen.

  Federführend dabei Leute wie der Salzburger Planungsstadtrat Johannes Voggenhuber oder der Jungjournalist Peter Pilz. Die Rolle der kritisch fragenden Publizistik hatte profil übernommen, das sich echte Sorgen machte: "Ernennen sich da irgendwelche Promis selber zu Kandidaten und lassen sich vom Volk einfach wählen?", fragte das Magazin besorgt. Die Einigung sei die letzte Chance der grün-alternativen Bewegung auf nationaler Ebene, konstatierte Johannes Voggenhuber. Er ist ein Mann der letzten Chancen geblieben: Heute ist es die EU-Verfassung.

  Peter Pilz hatte nicht nur die Parteigründung im Sinn, er deckte als Sprecher der Bürgerinitiative Parlament nebenbei auch etwas auf: Österreich war ein bedeutender Waffenlieferant an den Irak. Steyr-Werke-Direktor Malzacher dementierte und sagte, die fragliche Anlage sei keine Patronenfabrik, es befänden sich dort nämlich "keine Maschinen, die ausschließlich Kriegsmaterial erzeugen können". Zumindest die Dementis haben sich geändert: Sie sind geschickter geworden. A.T.


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